Nicht jeder will sein Originalradio aus dem Armaturenbrett reißen – erst recht nicht, wenn ein Youngtimer oder Oldtimer seinen Charme bewahren soll. Der Mohard BC61 FM Transmitter verspricht genau dafür eine Lösung: Bluetooth 5.3 im Zigarettenanzünder-Format, dazu Schnellladung und Freisprechen. Wir haben den kleinen Ganzmetall-Sender über mehrere Wochen im Alltag getestet und verraten euch, was er kann – und wo seine Grenzen liegen.
Warum ist ein FM Transmitter für Oldtimer oft die bessere Wahl als ein Radiotausch?
Ganz einfach: Wer einen klassischen Wagen fährt, will das Gesamtbild erhalten. Ein modernes DIN-Radio im Armaturenbrett eines 80er-Jahre-Klassikers? Das passt ungefähr so gut wie Sneaker zum Smoking. FM Transmitter wie der Mohard BC61 stecken unsichtbar im Zigarettenanzünder und senden euer Smartphone-Audio per Funk ans vorhandene Radio. Kein Umbau, kein Kabelgewirr, kein zerstörtes Interieur. Genau deshalb sind diese kleinen Sender für Oldtimer-Besitzer so interessant – und genau dafür haben wir den BC61 primär getestet.
Fairerweise müssen wir aber sagen: Wenn euch das Originalradio nicht wichtig ist, fahrt ihr mit einem modernen Autoradio mit eingebautem Bluetooth klanglich besser. Ein FM Transmitter holt aus einem alten Lautsprecher-Setup nicht mehr heraus, als das verbaute Radio hergibt. Behaltet das im Hinterkopf.
Verarbeitung und Design: Überraschend wertig
Der erste Eindruck beim Auspacken ist tatsächlich ein kleines Aha-Erlebnis. Während viele Konkurrenten auf billiges Plastik setzen, kommt der BC61 im Ganzmetall-Gehäuse daher. Das Teil wiegt mit 36 Gramm zwar nicht viel, fühlt sich aber deutlich hochwertiger an als der typische 15-Euro-Transmitter. Mit seinen kompakten Maßen von 8,4 × 4,7 × 4,2 cm verschwindet er fast vollständig im Zigarettenanzünder und ragt kaum ins Sichtfeld.

Das blaue Ringlicht rund um die Basis ist Geschmackssache. Im Dunkeln sieht es ganz nett aus, tagsüber fällt es kaum auf. Stören tut es jedenfalls nicht. Die Tasten am Gerät sind klein, aber nach kurzer Eingewöhnung gut bedienbar.
Einrichtung und Bluetooth-Verbindung
Die Einrichtung geht erfreulich schnell von der Hand. Einstecken, am Autoradio eine freie UKW-Frequenz einstellen, am Transmitter die gleiche Frequenz wählen – fertig. Bluetooth aktivieren, „BC61″ im Smartphone auswählen, und schon läuft Musik. Die Bluetooth-5.3-Verbindung steht bei uns innerhalb von Sekunden und blieb während des gesamten Testzeitraums stabil. Abbrüche oder Aussetzer? Fehlanzeige. Beim nächsten Motorstart verbindet sich der BC61 automatisch wieder mit dem zuletzt gekoppelten Gerät.
Sendeleistung: Hier überrascht der Kleine
Was uns wirklich beeindruckt hat, ist die Sendestärke. Selbst in einem Fahrzeug mit Heckantenne – also mit maximalem Abstand zwischen Transmitter vorne und Antenne hinten – kam das Signal sauber und störungsfrei an. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn günstige FM Transmitter schwächeln oft genau bei größerer Entfernung zur Antenne. Der BC61 macht hier einen richtig guten Job.
Klangqualität: Solide, aber kein HiFi-Wunder
Jetzt zum Punkt, bei dem ihr realistische Erwartungen haben solltet. Die Klangqualität ist ordentlich, aber eben nicht spektakulär. Das liegt in der Natur der Sache: Ein FM-Signal über den Zigarettenanzünder wird nie an eine direkte Bluetooth- oder AUX-Verbindung herankommen. Dazu kommt, dass die Qualität ganz wesentlich von eurem eingebauten Radio und den Fahrzeuglautsprechern abhängt.
Unsere Tipps für besseren Klang
Damit ihr das Maximum aus dem BC61 herausholt, haben wir ein paar Tipps gesammelt, die wirklich einen Unterschied machen:
- Leere Frequenz finden: Dreht am Autoradio durch den gesamten FM-Bereich und sucht eine Frequenz, auf der absolut nichts empfangen wird – kein Rauschen, kein leiser Sender im Hintergrund. Je „stiller“ die Frequenz, desto sauberer euer Signal.
- Lautstärke-Trick: Dreht die Lautstärke am Smartphone auf etwa 80–90 Prozent hoch und regelt die Lautstärke dann am Autoradio. So kommt ein kräftigeres Signal am Empfänger an und das Grundrauschen wird weniger auffällig.
- Frequenz im Stadtverkehr anpassen: In Ballungsgebieten kann es vorkommen, dass eine vorher freie Frequenz plötzlich von einem lokalen Sender belegt wird. Dann einfach wechseln.
- Position prüfen: Der BC61 sollte möglichst freie Sicht nach oben haben. Wenn der Zigarettenanzünder tief in der Mittelkonsole versenkt sitzt, kann ein kurzes Verlängerungskabel helfen.
Laden und Freisprechen: Praktische Extras
Neben der Musikübertragung dient der BC61 auch als Schnellladegerät. Der USB-C-Anschluss liefert bis zu 20W (PD), der USB-A-Port schafft 18W per QC 3.0. Im Test lud unser iPhone damit spürbar schneller als mit dem mitgelieferten Standard-Ladekabel. Zwei Geräte lassen sich gleichzeitig laden – praktisch auf längeren Fahrten.
Die Freisprechfunktion mit Geräuschunterdrückung funktioniert ebenfalls zuverlässig. Anrufe kommen über die Autolautsprecher, das integrierte Mikrofon überträgt eure Stimme. Nicht Konferenzraum-Qualität, aber für Telefonate unterwegs absolut ausreichend.
Was fehlt?
Einen SD-Kartenleser oder AUX-Ausgang sucht ihr beim BC61 vergeblich. Wer Musik vom USB-Stick abspielen will, muss zum größeren Schwestermodell greifen. Für die meisten dürfte das kein Problem sein – Spotify und Co. laufen ohnehin übers Smartphone. Aber erwähnt werden sollte es.
Fazit: Perfekt für den Oldtimer, guter Begleiter für jedes ältere Auto
Der Mohard BC61 hat uns insgesamt wirklich überzeugt. Die Sendeleistung ist für diese Preisklasse herausragend, Bluetooth 5.3 arbeitet stabil und die Metallverarbeitung hebt ihn von der Masse der Plastik-Transmitter ab. Klanglich dürft ihr keine Wunder erwarten – aber das liegt weniger am BC61 als an der Technik dahinter und eurem eingebauten Radio.
Für Oldtimer-Fans und alle, die ihr Originalradio behalten möchten, ist der BC61 eine echte Empfehlung. Für rund 15 bis 20 Euro bekommt ihr Bluetooth-Streaming, Freisprechen und ein ordentliches Ladegerät in einem kompakten Metallgehäuse. Wer dagegen kein Problem damit hat, sein Radio zu tauschen, fährt mit einem modernen Bluetooth-Autoradio klanglich besser.
Wie sieht es bei euch aus – nutzt ihr einen FM Transmitter im Oldtimer oder habt euer Radio getauscht? Schreibt es uns in die Kommentare!
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