Homebridge 2.0: Matter-Support macht die Smart-Home-Brücke wieder relevant

Homebridge 2.0: Matter-Support macht die Smart-Home-Brücke wieder relevant

Homebridge war jahrelang das Schweizer Taschenmesser für alle, die nicht-kompatible Geräte in Apple Home einbinden wollten. Dann kam Matter, Home Assistant wurde immer besser – und viele hatten Homebridge schon abgeschrieben. Mit Version 2.0 meldet sich das Open-Source-Projekt jetzt eindrucksvoll zurück. Wir zeigen euch, was das Update mitbringt und warum es sich lohnt, Homebridge noch einmal genauer anzuschauen.

Was ist Homebridge und warum war es so wichtig?

Homebridge startete 2015 als kleines Open-Source-Projekt auf Basis von Node.js. Die Idee dahinter war simpel, aber genial: Ein lokaler Server, der auf einem Raspberry Pi oder Mac läuft und Geräte ohne native HomeKit-Unterstützung trotzdem in Apple Home verfügbar macht. Ring-Kameras, Dyson-Ventilatoren, günstige WLAN-Steckdosen – plötzlich tauchte alles brav in der Home-App auf.

Gerade in den Jahren zwischen 2016 und 2021 war Homebridge für viele Apple-Nutzer schlicht unverzichtbar. Die Auswahl an offiziell zertifizierten HomeKit-Geräten war überschaubar, die Preise dafür oft deutlich höher als bei der Konkurrenz. Homebridge hat diese Lücke geschlossen und dabei eine Community aufgebaut, die über 4.000 Plugins entwickelt hat. Von Überwachungskameras über Garagentoröffner bis hin zu Wetterstationen – es gab praktisch für alles ein Plugin.

Warum haben viele Homebridge den Rücken gekehrt?

In den letzten Jahren hat sich die Smart-Home-Landschaft allerdings massiv verändert. Zwei Entwicklungen haben dafür gesorgt, dass Homebridge bei vielen Nutzern vom Pflichtprogramm zur optionalen Spielerei wurde.

Home Assistant als Alleskönner

Home Assistant hat sich in Sachen Gerätekompatibilität zum absoluten Platzhirsch entwickelt. Die Plattform unterstützt tausende Geräte nativ, bietet mächtige Automationen und hat mit der eigenen App sowie dem HomeKit-Bridge-Feature selbst die Apple-Anbindung im Griff. Wer ohnehin Home Assistant betreibt, brauchte Homebridge in vielen Fällen schlicht nicht mehr.

Matter als herstellerübergreifender Standard

Dann kam Matter – der Vernetzungsstandard, auf den sich Apple, Google, Amazon und Samsung gemeinsam geeinigt haben. Das Versprechen: Geräte, die einmal zertifiziert sind, laufen überall. In der Theorie hätte Matter Homebridge komplett überflüssig machen können. In der Praxis sieht das allerdings etwas anders aus, denn die Umsetzung von Matter zieht sich bei vielen Herstellern und auch bei Apple selbst.

Homebridge 2.0: Was bringt das große Update?

Nach über drei Jahren Beta-Phase ist Homebridge 2.0 nun offiziell erschienen – und das Highlight ist eindeutig die Matter-Integration. Damit wandelt sich Homebridge von einer reinen HomeKit-Brücke zu einer plattformübergreifenden Schaltzentrale.

Endlich echte Gerätekategorien

Ein konkretes Beispiel zeigt, warum das wichtig ist: Saugroboter werden von Apple inzwischen ausschließlich über Matter unterstützt, nicht mehr über das klassische HomeKit-Protokoll. Bisher mussten solche Geräte in Homebridge als simpler Schalter oder sogar als Lampe getarnt werden – eine ziemlich unelegante Lösung. Mit dem neuen Matter-Support erscheinen Saugroboter jetzt korrekt als Staubsauger in der Home-App. Ihr könnt sogar einzelne Räume zur Reinigung auswählen, wenn das Plugin es unterstützt.

Nicht mehr nur Apple – Alexa, Google und Co. profitieren

Der eigentliche Gamechanger ist aber die Öffnung über Apple hinaus. Homebridge-Plugins können künftig auch Geräte an Amazon Alexa, Google Home, Samsung SmartThings oder eben Home Assistant durchreichen. Ein Gerät, das bisher nur per Homebridge-Plugin in Apple Home funktionierte, könnte damit beispielsweise auch in der Aqara-App oder über Google Assistant gesteuert werden. Das macht Homebridge zu einer echten Universalbrücke.

Plugin-Updates nötig

Einen Haken gibt es allerdings: Die bestehenden Plugins müssen von ihren jeweiligen Entwicklern angepasst werden, damit sie die neuen Matter-Funktionen nutzen können. Das passiert nicht über Nacht. Manche beliebte Plugins – etwa für die FRITZ!Box oder Homematic IP – sind zum Start noch nicht kompatibel. Wer sich unsicher ist, kann mit dem Update also erst einmal abwarten. Ein Zwang besteht nicht.

Für wen lohnt sich Homebridge heute noch?

Ehrlich gesagt: Wer ein gut laufendes Home-Assistant-Setup hat und damit zufrieden ist, wird Homebridge vermutlich nicht zwingend brauchen. Aber es gibt durchaus Szenarien, in denen die Software weiterhin glänzt. Nutzer, die ausschließlich auf Apple Home setzen und kein Home Assistant betreiben möchten, bekommen mit Homebridge nach wie vor die breiteste Plugin-Bibliothek. Und durch die Matter-Unterstützung wird das Ganze jetzt deutlich zukunftssicherer.

Auch für alle, die Geräte in mehreren Ökosystemen parallel nutzen wollen, ist die neue Version spannend. Statt für jede Plattform eine eigene Lösung zu basteln, könnte Homebridge 2.0 als zentrale Brücke zwischen den Welten dienen.

Fazit: Totgesagte leben länger

Homebridge hat mit Version 2.0 einen klugen Schritt gemacht. Statt sich weiter ausschließlich auf Apple Home zu beschränken, öffnet sich die Plattform für den gesamten Matter-Kosmos. Ob das reicht, um die alte Relevanz zurückzugewinnen, wird sich zeigen – das hängt vor allem davon ab, wie schnell die Plugin-Entwickler nachziehen. Aber eines steht fest: Abschreiben sollte man Homebridge definitiv noch nicht.

Wie sieht es bei euch aus – nutzt ihr Homebridge noch aktiv oder seid ihr längst auf Home Assistant umgestiegen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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