SKOTTI Grill im Test: Der mobile Gasgrill, der in jeden Rucksack passt

Der SKOTTI Grill steht neben einer Gaskartusche auf einer Steinfläche im Abendlicht über weiter Landschaft.
Beim Test steht der SKOTTI Grill mit Zubehör in Spanien.

Drei Wochen Schweden und Norwegen, ein VW California, und abends immer wieder dieselbe Frage: Was kommt heute auf den Teller? Kochen geht im Camper – aber eben nur mit einer Gasflamme. Richtig grillen ist damit nicht drin. Genau an dieser Stelle kam der SKOTTI ins Spiel, ein kleiner Gasgrill aus Edelstahl, den ihr zusammengesteckt in eine Tasche im DIN-A3-Format packt und der trotzdem ein vollwertiges Steak hinbekommt. Wir haben ihn wochenlang unterwegs benutzt, mit Deckel, mit Pizzastein und an der großen Gasflasche. Hier kommt unser ausführlicher Erfahrungsbericht.

Was genau ist der SKOTTI Grill und für wen lohnt er sich?

Der SKOTTI ist ein zerlegbarer Gasgrill aus Edelstahl, der komplett ohne Werkzeug zusammengesteckt wird und mit rund 3,3 Kilogramm inklusive Tasche in einen normalen Wanderrucksack passt. Betrieben wird er mit handelsüblichen Schraubkartuschen nach EN 417, alternativ auch mit Holzkohle oder Holz. Die Grillfläche misst 30,4 × 21 Zentimeter und reicht laut Hersteller für zwei bis vier Personen. Lohnen tut er sich vor allem für Camper, Vanlifer, Bootsbesitzer, Balkongrillende ohne Platz für einen Kugelgrill und alle, die spontan im Park oder am See grillen wollen – weniger für Familienfeiern mit acht Gästen und Grillgut im Kilobereich.

Aufbau: Erst Puzzle, dann Routine

Beim ersten Auspacken steht man ehrlich gesagt kurz da wie vor einem Bausatz ohne Anleitung. Ein paar flache Edelstahlbleche, ein Brennerrohr, ein Rost, ein Schlauch. Wer sich zwei Minuten Zeit nimmt und die Logik dahinter versteht, hat das Ding aber schnell raus.

Auf dem SKOTTI Grill liegen Baconröllchen und Folienkartoffeln neben einer blauen Gaskartusche im Wald.

Zwei Tipps aus der Praxis, die den Unterschied machen:

  • Fangt mit den Teilen an, die die eingearbeiteten Ecken haben. Die geben dem Grillkörper die Grundstruktur, alles andere fügt sich danach fast von allein.
  • Achtet darauf, dass ihr den SKOTTI-Schriftzug von außen lesen könnt. Klingt banal, verhindert aber zuverlässig, dass ihr ein Seitenteil verkehrt herum einsteckt und am Ende nochmal von vorne anfangt.

Mit etwas Übung steht der Grill in ein bis drei Minuten. Der Hersteller selbst wirbt teils mit „unter einer Minute“, teils mit „zwei Minuten“ – beim ersten Mal solltet ihr realistisch eher fünf einplanen. Nach dem dritten oder vierten Aufbau ist es dann tatsächlich Routine.

Gezündet wird von der Seite, ganz klassisch mit dem Feuerzeug. Eine Piezo-Zündung gibt es nicht. Das ist erstmal ungewohnt, in der Praxis aber kein Problem – und ein Bauteil weniger, das kaputtgehen kann. Die Gaszufuhr regelt ihr stufenlos über ein Drehrad an der Front.

Gas: Kartusche unterwegs, Flasche zu Hause

Standardmäßig schraubt ihr eine kleine Ventilkartusche an den Schlauch. Die bekommt ihr praktisch weltweit, was auf längeren Touren durch Skandinavien Gold wert ist. Der Nachteil liegt auf der Hand: Wer regelmäßig grillt, sammelt schnell einen Stapel leerer Einwegkartuschen.

Deshalb gibt es von SKOTTI ein Anschlussset für herkömmliche Propangasflaschen. Wir haben es getestet, und für den stationären Einsatz ist das die deutlich sinnvollere Lösung. Ihr hängt den Grill an die 5- oder 11-Kilo-Flasche, die im Camper oder im Gartenhaus ohnehin steht, und spart euch den Kartuschenverbrauch. Auf dem Balkon oder auf dem Gartentisch funktioniert das genauso gut wie im Stellplatz-Alltag.

Ein Hinweis, der immer wieder untergeht: Der SKOTTI arbeitet mit 2,5 bar. Der Druck einer fest installierten Gassteckdose im Wohnmobil reicht dafür nicht aus.

Die SKOTTI Cap: Warum der Deckel kein Zubehör, sondern Pflicht ist

Ohne Deckel ist der SKOTTI das, was ein einfacher Kohlegrill auch ist: Feuer von unten, Hitze von unten, fertig. Für Würstchen und dünne Steaks reicht das völlig. Sobald ihr aber etwas grillen wollt, das durchziehen soll – ein dickeres Stück Fleisch, Gemüsespieße, Fisch –, stoßt ihr an die Grenze.

Die SKOTTI Cap löst das. Sie besteht aus fünf steckbaren Edelstahlteilen und lässt sich je nach Bedarf unterschiedlich aufbauen: zwei oder drei Teile ergeben einen Windschutz, alle fünf eine geschlossene Haube. Damit habt ihr indirekte Hitze wie bei einem großen Gasgrill mit Deckel, und euer Grillgut wird nicht mehr von unten schwarz, während es innen noch roh ist.

Die Grillzange ist im Deckel-Set enthalten

Ein Detail, das viele beim Kauf falsch machen: SKOTTI verkauft die passende Grillzange auch einzeln. Wer die Cap kauft, bekommt sie aber ohnehin dazu – und braucht sie dort sogar zwingend. Der Bambusgriff der Zange wird durch zwei Aussparungen in den Seitenteilen gesteckt und dient als Griff zum Anheben des Deckels. Ohne sie fasst ihr glühend heißen Edelstahl an, und das wollt ihr nicht.

Unsere klare Empfehlung lautet deshalb: Kauft nicht erst die Zange einzeln und ärgert euch später. Nehmt gleich den Deckel, dann habt ihr beides. Die Zange selbst hat übrigens einen recht strammen Federdruck – ganz filigran arbeitet es sich damit nicht, für den normalen Grillbetrieb reicht sie aber problemlos. Im Aluminiumkopf steckt zusätzlich ein Flaschenöffner.

Pizza aus dem Camper: Der Pizzastein im Praxistest

Die spannendste Erweiterung ist für uns der Pizzastein. In Kombination mit der Cap wird aus dem SKOTTI ein echter kleiner Pizzaofen. Dafür nehmt ihr den Grillrost heraus, setzt den Stein ein und lasst ihn rund zehn Minuten unter geschlossener Haube vorheizen.

Ganz elegant gelöst ist das nicht. Ihr müsst euch beim ersten Mal etwas herantasten, und zum Einschieben der Pizza gibt es zwei Wege: Entweder ihr lasst beim Zusammenbau des Deckels eine Seite weg und schiebt von dort ein, oder ihr baut die Cap so auf, dass ihr sie zum Beschicken öffnen könnt. Wir bevorzugen ganz klar die zweite Variante, weil sie im Betrieb deutlich weniger Hitze verliert.

Das Ergebnis hat uns dann aber überzeugt, und zwar mehr, als wir erwartet hatten: knuspriger Boden, gleichmäßige Bräunung, richtig gute Konsistenz. Das ist nichts, was man einmal macht und dann nie wieder anfasst – das wird bei uns fester Bestandteil der Camping-Küche.

Ein Wermutstropfen: Der Pizzastein wird nie wieder richtig sauber. Da könnt ihr schrubben, so lange ihr wollt. Kosmetisch stört das, funktional nicht.

Auf dem SKOTTI Grill backen zwei kleine Pizzen mit Käse und Schinken auf einer Terrasse beim Camping.

Reinigung: Der unterschätzte Vorteil

Wer schon einmal einen verrußten Campinggrill um Mitternacht am Waschhaus geschrubbt hat, weiß, wie schnell die Grillbegeisterung kippt. Beim SKOTTI ist das entspannt: Sämtliche Edelstahlteile dürfen in die Spülmaschine. Die Gasleitung lasst ihr sinnvollerweise draußen, alles andere wandert einfach in den Korb.

Das Beste daran: Auch die Planentasche ist waschbar. Ihr könnt den Grill also im schmutzigen Zustand einpacken, ins Auto werfen und die ganze Angelegenheit zu Hause in einem Rutsch reinigen. Für unterwegs ist das ein echter Komfortgewinn.

Noch etwas sauberer wird es mit flexiblen Grillschalen aus Silikon oder Alu, die es nicht von SKOTTI gibt, die wir uns aber angewöhnt haben. Einfach auf den Rost legen, Fett und Marinade landen darin statt im Grillkörper.

Technische Daten im Überblick

MerkmalAngabe
MaterialEdelstahl 304
Grillfläche30,4 × 21 cm
Maße aufgebaut33 × 21 × 17 cm
Packmaß45 × 30 × 3 cm
Gewichtca. 3,3 kg inkl. Tasche
Leistung2,1 kW
BrennstoffGaskartusche (EN 417), Holzkohle, Holz
Max. Temperaturbis ca. 400 °C am Brenner
Geeignet für2–4 Personen
Lieferumfang2 Kopfteile, 2 Seitenteile, Abstrahlblech, Auffangschale, Brennereinheit, Gasschlauch, Grillrost, Tasche

Gas gehört nicht zum Lieferumfang.

Was kostet der SKOTTI Grill?

Günstig ist der SKOTTI nicht, und daran gibt es nichts schönzureden. Der Grill selbst liegt bei rund 169 Euro. Der Deckel inklusive Grillzange schlägt mit etwa 89 Euro zu Buche, der Pizzastein mit rund 39 Euro, das Anschlussset für große Gasflaschen mit etwa 49 Euro. Wer die volle Ausbaustufe will, landet also schnell im Bereich von 300 Euro und mehr.

Dem gegenüber steht ein Gerät, das komplett aus Edelstahl gefertigt ist, für das es einzelne Ersatzteile gibt und das bei vernünftiger Pflege sehr lange halten dürfte. Wer den Grill zweimal im Sommer benutzt, wird den Preis nicht rechtfertigen können. Wer regelmäßig unterwegs ist, sieht das nach der zweiten Saison anders. Bundles aus Grill, Deckel und Stein sind übrigens meist deutlich günstiger als der Einzelkauf.

Häufige Fragen zum SKOTTI Grill

Kann ich den SKOTTI auch auf dem Balkon nutzen? Ja. Im Gasbetrieb entsteht kein Rauch durch den Brennstoff selbst. Tropfendes Fett kann aber trotzdem qualmen.

Funktioniert der Grill auch im Winter? Grundsätzlich ja, allerdings braucht das übliche Butan-Propan-Gemisch Außentemperaturen über etwa 15 °C. Darunter solltet ihr auf Wintergas umsteigen.

Kann ich statt Gas auch Kohle verwenden? Ja, der SKOTTI lässt sich auch mit Holzkohle oder Holz befeuern und funktioniert dann wie eine kleine Feuerschale.

Fazit: Klein, teuer, überraschend vielseitig

Der SKOTTI ist kein Schnäppchen und er ersetzt keinen großen Gasgrill für die Gartenparty. Was er kann, kann er dafür richtig gut: Er verschwindet flach in der Tasche, steht in wenigen Minuten, liefert saubere regelbare Hitze und lässt sich mit Deckel und Pizzastein zu einer erstaunlich kompletten Outdoor-Küche ausbauen. Dass alles in die Spülmaschine darf, hat den Alltag auf Tour spürbar entspannt.

Unsere Empfehlung: Wenn ihr euch für den SKOTTI entscheidet, plant den Deckel gleich mit ein. Ohne ihn nutzt ihr nur die Hälfte des Potenzials. Den Pizzastein könnt ihr später nachrüsten – aber wetten, dass ihr genau das tun werdet, sobald ihr das erste Mal Pizza im Camper gebacken habt?

Wie sieht es bei euch aus: Grillt ihr unterwegs mit Gas, mit Kohle oder verzichtet ihr ganz darauf? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

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