150 Euro für ein 7.1-Set mit vier Satelliten und Subwoofer – das klingt nach einem Preis, bei dem irgendwo ein Haken sein muss. Die Ultimea Aura S4T haben wir deshalb ein paar Tage lang ins Wohnzimmer gestellt, an den Fernseher gehängt und auch mal deutlich lauter gedreht, als die Nachbarn es vermutlich gut fanden. Und ja, den Haken gibt es. Er sitzt nur an einer anderen Stelle, als die meisten vermuten würden.
Was ist die Ultimea Aura S4T – Soundbar oder Soundsystem?
Die Ultimea Aura S4T ist streng genommen keine klassische Soundbar, sondern ein kompaktes 7.1-Soundsystem: In der kurzen Bar stecken Center-, Links- und Rechts-Kanal, dazu kommen vier separate Satelliten und ein Subwoofer – insgesamt acht Treiber. Der Preis von rund 150 Euro ist fair, allerdings kann das System kein natives 5.1 oder 7.1 wiedergeben, sondern rechnet Stereo per Algorithmus zu Surround hoch.
Der Aufbau: klein vorne, verteilt im Raum
Eine echte Soundbar ist ein Gerät, in dem alle Lautsprecher gemeinsam verbaut sind – so wie das Modell von Marshall, das wir uns kürzlich angesehen haben ([interner Link: Marshall Soundbar im Test]). Die S4T geht einen anderen Weg. Die Bar selbst ist erstaunlich kurz und beherbergt vor allem die Technik: Verstärker, Anschlüsse, LED-Display.
Der Rest verteilt sich im Zimmer. Die beiden vorderen Satelliten hängen an einem zwei Meter langen Kabel und sollen links und rechts neben der Bar stehen. Genau hier liegt eine kleine Kuriosität: Weil die Bar bereits einen eigenen Links- und Rechts-Kanal mitbringt, sitzen diese Kanäle in der Praxis viel zu dicht beieinander. In einem klassischen 5.1- oder 7.1-Setup wären sie deutlich weiter außen.

Spannender sind die hinteren beiden. Die laufen per Funkstrecke – im rechten Rear steckt ein zweiter Verstärker, von dort geht ein bis zu sechs Meter langes Kabel zum linken. Ihr müsst also kein Kabel quer durchs Wohnzimmer verlegen, sondern nur an der Rückwand entlang. Der Subwoofer hängt direkt an der Bar und zieht seinen Strom auch von dort, ein zusätzliches Netzteil braucht er nicht.
Anschlüsse: ARC ja, eARC nein
Den Fernseher bekommt ihr auf zwei Wegen dran: HDMI oder optisch per Toslink. HDMI beherrscht ARC, das heißt, auch der Ton aus den Apps eures Fernsehers oder vom TV-Tuner landet auf der Anlage – und die schaltet sich mit dem Fernseher gemeinsam ein und aus. Sogar die Lautstärke regelt ihr über die TV-Fernbedienung. Im Alltag ist das Gold wert.

Der Wermutstropfen: Es ist das alte ARC, nicht eARC. Dazu kommen ein Klinkeneingang, ein USB-Port für Musik vom Stick und Bluetooth. Cinch fehlt, lässt sich aber über ein Klinke-Cinch-Kabel notfalls nachrüsten, falls bei euch noch ein CD-Spieler auf Anschluss wartet.
Das große Aber: kein echtes 5.1 oder 7.1
Und damit sind wir beim eigentlichen Knackpunkt. Ein System, das mit 7.1 wirbt, nimmt schlicht kein natives Mehrkanalsignal entgegen. Kein 5.1, kein 7.1, nichts Moderneres. Was am Ende auf den Lautsprechern ankommt, ist immer ein Stereo-Upmix.
Fairerweise: Ultimea rechnet mit einer Technik namens SurroundX aus dem Stereosignal einen Raumklang hoch, Stimmen landen dabei auf dem Center. Das funktioniert bei manchen Filmen richtig gut – da vermissen wir tatsächlich nichts. Bei anderen Serien wirkt das Ergebnis eher durchwachsen. Ausprobieren müsst ihr das selbst, eine Garantie gibt es nicht. Wichtig zu wissen: Der Surround-Upmix greift nur im Film-Preset. In allen anderen Modi läuft schlicht All-Channel-Stereo – was aus unserer Erfahrung mit früheren 5.1-Anlagen ehrlich gesagt oft die angenehmere Variante ist.
Wer aber echten 5.1-Ton aus der Xbox oder von der Blu-ray holen will, ist hier falsch. Punkt.
Wie klingt die Ultimea Aura S4T?
Dem Preis angemessen – und das ist besser gemeint, als es klingt. Für 150 Euro liefert das Set einen Klang, der den Raum füllt, ohne dass ihr zwei mannshohe Standlautsprecher ins Wohnzimmer stellen müsst. Zum Serienschauen, Filmegucken und Zocken bei moderater Lautstärke macht das schlicht Spaß.
Detailreich ist der Sound allerdings nicht. Wer den ganzen Tag Musikvideos analysiert und auf Feinauflösung achtet, wird hier nicht glücklich. Interessanterweise fanden wir das System zum Musikhören trotzdem gar nicht verkehrt – schlicht, weil es richtig laut kann. Der Hersteller nennt bis zu 98 dB in einem Meter Entfernung, und das kommt nach unserer Messung hin. Je weiter ihr aufdreht, desto eher zerrt es je nach Track, und der Bass kommt irgendwann nicht mehr hinterher. Für eine WG-Party, bei der ihr nicht gleich die halbe Nachbarschaft beschallen wollt, reicht das aber locker.
Nachregeln könnt ihr über sechs EQ-Presets, einen 10-Band-Equalizer in der App und eine Sound-Matrix irgendwo zwischen Bass, Pop und Rock. Details in Bereiche prügeln, wo keine sind, geht damit natürlich nicht – zum Anpassen an den eigenen Geschmack taugt es trotzdem.
Fernbedienung und App
Die Fernbedienung hat uns positiv überrascht. Sie liegt gut in der Hand, wirkt für die Preisklasse ordentlich verarbeitet und bietet dedizierte Tasten für den Basspegel sowie das Surround-Level. Die hinteren Lautsprecher lassen sich damit um bis zu 6 dB anheben oder absenken – wer gern mitten im Klang sitzt, dreht die Rears einfach hoch. Auch das LED-Display in der Bar lässt sich durchschalten und dimmen, praktisch im Beamer-Zimmer.
Die App ergänzt das um den detaillierten Equalizer, den SurroundX-Schalter und Firmware-Updates. Nicht selbstverständlich in dieser Preisklasse.
Pro und Contra
Pro
- Komplettes Set mit vier Satelliten und Subwoofer für rund 150 Euro
- Hintere Lautsprecher per Funk angebunden, kein Kabel quer durchs Zimmer
- HDMI ARC inklusive Ein/Aus- und Lautstärkesteuerung über den Fernseher
- Wird laut und füllt den Raum spürbar
- Durchdachte Fernbedienung mit Bass- und Surround-Level-Tasten
- App mit 10-Band-EQ und Firmware-Updates
- HDMI-Kabel, Netzteile und Wandmontage-Material liegen bei
Contra
- Kein natives 5.1 oder 7.1, nur hochgerechneter Stereo-Upmix
- Nur ARC statt eARC
- Front-Kanäle sitzen konstruktionsbedingt zu dicht beieinander
- Wenig Detailauflösung im Vergleich zu guten Stereo-Setups
- Zerrt bei hoher Lautstärke, Bass kommt dann nicht mehr mit
- Surround-Upmix nur im Film-Preset aktiv
Technische Daten
| Merkmal | Ultimea Aura S4T |
|---|---|
| Konfiguration | 7.1 – Soundbar mit 3 Kanälen, 4 Satelliten, 1 Subwoofer (8 Treiber) |
| Treiber Bar & Satelliten | je 2 Zoll |
| Subwoofer | 5,25 Zoll (Herstellerangabe) |
| Leistung | 350 W Peak (Herstellerangabe), real deutlich darunter |
| Max. Schalldruck | bis zu 98 dB in 1 m |
| Anschlüsse | HDMI (ARC), optisch/Toslink, Klinke, USB, Bluetooth |
| Surround | virtuell via SurroundX, kein natives 5.1/7.1 |
| Klanganpassung | 6 EQ-Modi, 10-Band-EQ und EQ-Matrix per App |
| Rear-Lautsprecher | per Funkstrecke, Verbindungskabel bis 6 m zwischen beiden |
| Lieferumfang | HDMI-Kabel, Verbindungskabel, 2 Netzteile, Fernbedienung, Wandmontagematerial |
| Preis | ca. 150 Euro |
Fazit
Die Ultimea Aura S4T lohnt sich für alle, die mit kleinem Budget einen Raum von allen Seiten mit Klang füllen wollen und mit virtuellem Surround leben können – weniger für alle, die echten 5.1- oder 7.1-Ton aus Konsole, Blu-ray oder Streaming durchreichen möchten. Für 150 Euro bekommt ihr ein erstaunlich stimmiges Paket mit Funk-Rears, brauchbarer App und wirklich guter Fernbedienung. Der fehlende Mehrkanal-Eingang bleibt aber ein echter Dämpfer bei einem System, das sich als Heimkino-Lösung verkauft.
Wenn euch Klangqualität wichtiger ist als Rundumbeschallung, gebt lieber etwas mehr aus und schaut euch klassische 2.0-Systeme an. Wie sich die S4T im Wohnzimmer schlägt und wie klein die Satelliten wirklich sind, seht ihr übrigens in unserem Video zum Test – dort haben wir das komplette Setup aufgebaut und vorgeführt.
Im Vergleich zu einer richtigen Soundbar verliert man besonders den cleanen Aufbau, eine Heston 120 kommt mit Stromkabel und HDMI aus, hier sind es immer deutlich mehr.
Wie haltet ihr es bei euch: echtes Mehrkanal-Setup oder reicht euch ein guter Upmix? Schreibt es uns in die Kommentare.
FAQ
Kann die Ultimea Aura S4T Dolby Atmos oder 5.1 wiedergeben?
Nein. Das System nimmt keine nativen Mehrkanalsignale entgegen und erzeugt seinen Raumklang ausschließlich aus einem Stereo-Upmix per SurroundX. Für Dolby Atmos oder echtes 5.1 braucht ihr eine andere Lösung.
Sind die hinteren Lautsprecher wirklich kabellos?
Nur teilweise. Die Verbindung zur Soundbar läuft per Funk, zwischen den beiden Rear-Lautsprechern liegt jedoch ein Kabel von bis zu sechs Metern. Außerdem braucht der hintere Verstärker eine eigene Steckdose.
Taugt die Aura S4T auch zum Musikhören?
Für laute, punchige Musik und Partys durchaus – sie füllt den Raum und wird richtig laut. Wer analytisch Musik hört und Wert auf Details legt, ist mit einem guten Stereopaar deutlich besser bedient.
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