Gute Over-Ear-Kopfhörer mit ordentlichem ANC kosten schnell 300 Euro und mehr – so lautete zumindest lange die Faustregel. Die Soundcore Space 2 dreht diese Rechnung um. Für rund 130 Euro bekommt ihr hier ein Paket, das uns im Test ehrlich überrascht hat. Wir hatten die Space 2 eine Woche lang im Alltag auf dem Kopf und sagen euch, wo der günstige Preis sich bemerkbar macht – und wo eben nicht.
Verarbeitung und Tragekomfort
Die Ohrmuscheln bestehen aus Kunststoff, das ist beim Anfassen kein Geheimnis. Trotzdem wirkt nichts billig: Der Bügel ist mit Kunstleder überzogen, knarzt nicht und quietscht nicht. Wir kennen 300-Euro-Modelle, die sich kaum wertiger anfühlen. Praktisch sind die Klappgelenke, mit denen ihr die Space 2 fürs Reisen zusammenfalten könnt – eine kleine Transporttasche liegt bei.
Auf dem Kopf saßen sie bei uns über Stunden angenehm. Als Over-Ear umschließen die Polster die Ohren komplett, statt darauf zu drücken. Einziger Wermutstropfen: Die Größenverstellung läuft etwas zu leichtgängig und verrutscht schneller als gewünscht. Wer einen sehr kleinen Kopfumfang hat, sollte vorher probesitzen.
Bedienung: klassische Knöpfe statt Touch-Spielerei
Statt auf Wischgesten setzt Soundcore auf echte Tasten. Ein Knopf für Ein/Aus und Kopplung, eine eigene Taste fürs Noise Cancelling, Play/Pause für Anrufe und Sprachassistent sowie eine Lautstärkewippe – mehr braucht es nicht. Klingt unspektakulär, ist im Alltag aber Gold wert. Hier muss niemand erst ein Handbuch studieren, die Knöpfe sind beschriftet und nach zwei Minuten sitzt jeder Handgriff.

An Anschlüssen gibt es USB-C zum Laden und eine 3,5-mm-Klinke. Ein Kabel liegt sogar bei. So lassen sich die Kopfhörer auch am Laptop ohne Bluetooth, am Rechner oder an der Switch nutzen.
Wie gut ist das Noise Cancelling der Soundcore Space 2?
Das Active Noise Cancelling der Soundcore Space 2 ist für die Preisklasse herausragend. Statische Geräusche wie Lüfter, Klimaanlage oder das Brummen im Zug filtert es nahezu komplett heraus, Stimmen und andere dynamische Geräusche dämpft es solide. In unserem Test schlug die Space 2 damit deutlich günstigere Konkurrenten und kam erstaunlich nah an fast doppelt so teure Modelle heran. Der Transparenzmodus klingt nicht ganz so natürlich wie bei Apple, ist aber brauchbar – und beide Modi verändern den Klang nicht.
Akku, Verbindung und smarte Extras
Die Akkulaufzeit gehört zu den Aushängeschildern. Bis zu 70 Stunden ohne ANC, rund 50 Stunden mit ANC bei mittlerer Lautstärke – und das ist realistisch. Wir haben die Space 2 in einer intensiven Woche samt Telefonaten schlicht nicht leer bekommen. Fünf Minuten an der Steckdose reichen für etwa vier Stunden Musik. Unter iOS seht ihr den Akkustand sogar direkt in den Geräteeinstellungen, nicht nur in der Soundcore-App.

Beim Funk ist Bluetooth 6.1 an Bord, dazu Multipoint für zwei gleichzeitig verbundene Geräte. Das Umschalten klappt solide, wenn auch nicht ganz so nahtlos wie im Apple-Kosmos. Auracast unterstützt die Space 2 nicht – das können einige neuere JBL-Modelle. LDAC und Lossless-Optionen sind je nach Endgerät dabei.
Im Alltag stark: die Trageerkennung. Setzt ihr die Kopfhörer ab, pausiert die Wiedergabe automatisch und läuft beim Aufsetzen weiter. Bei uns funktionierte das zuverlässig – ein Feature, das sonst eher teure Modelle bieten und das man nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte.
Etwas verspielter ist die integrierte KI „Hey Anka“. Sie reagiert auf Zuruf und beantwortet Fragen, die deutsche Sprachausgabe klingt allerdings noch ziemlich abgehackt. Ein nettes Gimmick, mehr aber auch nicht. Ein „Hey Siri“ oder der Google Assistant ist im Alltag praktischer, weil tiefer ins Smartphone eingebunden.
Klang: der eigentliche Star
Was nützen smarte Funktionen, wenn am Ende der Klang enttäuscht? Genau hier punktet die Space 2. Sie liefert tiefe, druckvolle Bässe, die bei EDM oder Hip-Hop richtig Spaß machen, dazu detailreiche und ausgewogene Höhen. Die Abstimmung gefällt uns besser als bei so manchem deutlich teureren Kopfhörer. Klang bleibt Geschmackssache, deshalb gilt wie immer: Wer kann, sollte einmal selbst probehören. Wem die Werkseinstellung nicht ganz passt, der justiert über den Equalizer und einen kleinen Hörtest in der App nach – das klappt auch auf dem iPhone.
Pro und Contra im Überblick
Pro
- Sehr guter, druckvoller Klang weit über der Preisklasse
- Starkes Active Noise Cancelling plus brauchbarer Transparenzmodus
- Riesige Akkulaufzeit von bis zu 70 Stunden
- Zuverlässige Trageerkennung, Multipoint, Klinkenanschluss und Klappgelenke
Contra
- Kopfband verstellt sich etwas zu leicht
- Kein Auracast
- „Hey Anker“-KI auf Deutsch noch holprig
Technische Daten
| Merkmal | Soundcore Space 2 |
|---|---|
| Bauform | Over-Ear, geschlossen |
| ANC / Transparenzmodus | Ja / Ja |
| Akkulaufzeit | bis 70 Std. (ohne ANC), ca. 50 Std. (mit ANC) |
| Schnellladen | 5 Min. = ca. 4 Std. Wiedergabe |
| Bluetooth | 6.1, Multipoint |
| Codecs | u. a. LDAC, Lossless (geräteabhängig) |
| Anschlüsse | USB-C, 3,5-mm-Klinke |
| Extras | Trageerkennung, App-EQ, Hörtest, „Hey Anker“-KI |
| Preis | ca. 130 € |
Fazit
Die Soundcore Space 2 lohnt sich für alle, die starkes ANC, einen langen Akku und richtig guten Klang suchen, aber keine 300 Euro ausgeben wollen – weniger für Käufer, die maximale Material-Wertigkeit oder Auracast brauchen. Für rund 130 Euro ist das ein stimmiges Gesamtpaket, das einige teurere Kopfhörer ziemlich alt aussehen lässt. Das komplette Review mit allen Höreindrücken seht ihr in unserem Video: https://youtu.be/CYXo5wcPOrk
Habt ihr die Space 2 schon ausprobiert oder schwankt ihr noch? Schreibt es uns in die Kommentare.
