Lohnt sich Homebridge 2026? Was Version 2.0 mit Matter wirklich bringt

Im Homebridge-Dashboard sind Status, Logs, Child Bridges, CPU, Speicher und Systeminfos zu sehen, daneben ein violetter QR-Code im Dark-Mode.
Homebridge zeigt den laufenden Status, Logs und Systemwerte für verbundene Smart-Home-Bridges. Quelle: HomeBridge

Ihr habt noch eine alte WeMo-Steckdose im Schrank, einen Dyson-Lüfter oder eine Ring-Kamera – und ärgert euch, dass davon nichts in der Apple-Home-App auftaucht? Genau hier kommt Homebridge ins Spiel. Seit Mai 2026 gibt es endlich die lang ersehnte Version 2.0, und damit stellt sich die alte Frage neu: Lohnt sich Homebridge 2026 überhaupt noch, wo doch Matter alles einfacher machen sollte? Wir hatten die Software auf einem Raspberry Pi am Laufen und sagen euch, für wen sich der Aufwand wirklich rechnet.

Warum lohnt sich Homebridge 2026 überhaupt noch?

Homebridge lohnt sich 2026 vor allem dann, wenn ihr ältere oder exotische Smart-Home-Geräte besitzt, die weder HomeKit noch Matter offiziell unterstützen. Die Open-Source-Software arbeitet wie ein Dolmetscher: Sie meldet sich gegenüber Apple Home als Gerätebrücke an und schiebt eure Geräte hinein, als wären sie waschechte HomeKit-Produkte. Mit über 4.000 Plugins deckt sie fast alles ab, was der offizielle Standard links liegen lässt.

Das ist neu: Homebridge 2.0 spricht jetzt Matter

Drei Jahre hing Version 2.0 in der Beta fest – jetzt ist sie raus. Der eigentliche Knaller: Homebridge ist nicht länger nur eine Brücke Richtung Apple. Geräte, die ihr per Plugin einbindet, können sich zusätzlich als Matter-Gerät ausgeben und tauchen dadurch auch in Alexa, Google Home, SmartThings oder Home Assistant auf. Vorher hieß es entweder-oder: Apple-Welt über Homebridge oder „alles andere“ über eine zweite Lösung. Dieser Zwang fällt weg.

Spannend wird das bei Kategorien, die Apple nur halbherzig bedient. Saugroboter zum Beispiel: Apple setzt hier voll auf Matter statt aufs eigene Protokoll. Homebridge 2.0 kann so einen Roboter jetzt korrekt als Saugroboter einbinden – statt ihn wie früher als simplen Lichtschalter zu tarnen.

Ein Wermutstropfen: Die Matter-Anbindung der einzelnen Plugins kommt nur nach und nach. Jedes Plugin muss von seinen Entwicklern angepasst werden, und das wird sich über Monate ziehen. Wer also auf ein ganz bestimmtes Gerät schielt, sollte vorher kurz prüfen, ob dessen Plugin schon mitspielt.

Im Homebridge-Dashboard erscheinen Plugins wie Ring, Homebridge Hue, Tuya, Meross und Alexa in einer dunklen Übersicht für Smart-Home-Integration.
Homebridge bündelt Plugins für Ring, Hue, Tuya, Meross und Alexa in einer Übersicht. Quelle: Homebridge

Was ihr für Homebridge braucht

Viel ist es nicht. Ein Raspberry Pi genügt völlig, alternativ läuft die Software auf einem NAS, einer Synology-Box oder im Hintergrund auf dem Mac.

VoraussetzungDetail
HardwareRaspberry Pi, NAS, Synology oder Mac
LaufzeitumgebungNode.js 22 oder 24 (ältere Versionen fallen raus)
Kostenkostenlos, Open Source
Pluginsüber 4.000 verfügbar
Update-Zwangnein – Version 1 läuft vorerst weiter

Beachtet aber: Version 2.0 verlangt eine aktuelle Node-Version und stellt intern auf moderne Module um. Ältere Plugins, die da noch nicht mitziehen, können beim Update zicken oder den Dienst kurzzeitig lahmlegen. Wer eine stabile Installation hat, darf also in Ruhe abwarten, bis die Lieblings-Plugins nachgezogen sind.

Homebridge oder lieber Home Assistant?

Diese Frage stellt sich fast jeder. Grob gesagt: Homebridge ist schlank und auf Apple Home zugeschnitten. Home Assistant ist das deutlich mächtigere Schweizer Taschenmesser mit eigener Hardware und riesiger Integrations-Bibliothek – dafür aber mit steilerer Lernkurve. Wollt ihr einfach nur ein paar Geräte in Apple Home haben, seid ihr mit Homebridge schneller am Ziel. Wer tief in Automationen einsteigen möchte, sollte sich Home Assistant zumindest parallel ansehen. Home Assistant vs. Homebridge – der große Vergleich

Pro

  • kostenlos und quelloffen
  • riesige Plugin-Auswahl (4.000+)
  • läuft schon auf einem alten Raspberry Pi
  • mit 2.0 endlich Matter und damit plattformübergreifend
  • kein Update-Zwang für Bestandsnutzer

Contra

  • Einrichtung erfordert etwas Bastelei
  • Matter-Support der Plugins kommt nur schrittweise
  • Version 2.0 kann ältere Plugins ausbremsen
  • weniger mächtig als Home Assistant

Fazit: Für wen sich Homebridge 2026 lohnt

Homebridge lohnt sich 2026 für alle, die viele ältere oder nicht offiziell unterstützte Geräte ins Apple-Home-Ökosystem holen wollen und keine Scheu vor ein bisschen Konfiguration haben – weniger lohnt es sich, wenn euer Haushalt ohnehin schon komplett auf moderne Matter-Geräte setzt oder ihr die volle Automations-Power von Home Assistant sucht. Die Matter-Anbindung in Version 2.0 macht die Software aber zukunftssicherer als je zuvor, weil sie eure Geräte jetzt in praktisch jedes Ökosystem durchreicht. Falls ihr ganz am Anfang steht, lohnt vorher ein Blick: Können eure Geräte nicht längst natives Matter? [interner Link: Matter einfach erklärt – der Smart-Home-Standard]

Nutzt ihr Homebridge schon – und wagt ihr den Sprung auf 2.0? Schreibt uns eure Erfahrungen in die Kommentare.

FAQ

Ist Homebridge kostenlos?

Ja. Homebridge ist ein quelloffenes Projekt und kostet nichts. Nur einige wenige Plugins sind kostenpflichtig; der Kern und die meisten Erweiterungen bleiben gratis.

Muss ich sofort auf Homebridge 2.0 updaten?

Nein. Version 2.0 ist ein optionales Update. Läuft eure bestehende Installation stabil und sind eure Plugins noch nicht angepasst, könnt ihr vorerst bei der alten Version bleiben.

Brauche ich für Homebridge einen Raspberry Pi?

Nicht zwingend. Ein Raspberry Pi ist beliebt, weil er günstig und stromsparend ist – Homebridge läuft aber genauso auf einem NAS, einer Synology-Box oder im Hintergrund auf einem Mac. Hier erfahrt ihr mehr!

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