Zehn Jahre hat es gedauert. Wer AirPods trägt, musste bisher mit dem Klang leben, den Apples Toningenieure für richtig halten. Bei Sony, Bose oder Sennheiser schiebt man seit Ewigkeiten Regler in der Begleit-App hin und her, bei Apple gab es nur den versteckten Equalizer in Apple Music. Mit iOS 27 ändert sich das endlich. Ab dem 14. September landet das Update auf euren iPhones und bringt einen Equalizer mit, der direkt in den AirPods-Einstellungen sitzt. Wir zeigen euch, was er kann, wo er noch schwächelt und vor allem, ob eure AirPods überhaupt dabei sind.
Was ist der neue AirPods Equalizer in iOS 27?
Der AirPods Equalizer in iOS 27 ist ein systemweiter Drei-Band-Equalizer, mit dem ihr Tiefen, Mitten und Höhen eurer AirPods manuell anheben oder absenken könnt. Er funktioniert nur mit AirPods, in denen Apples H2-Chip steckt, also AirPods Pro 2, AirPods Pro 3, AirPods 4 und AirPods Max 2. Weil die Klangkurve direkt auf den Ohrhörern angewendet wird, gilt sie für jede App, egal ob Spotify, YouTube, Netflix oder Podcast.
Apples eigene Abstimmung verschwindet dabei nicht. Sie bleibt als Profil „Empfohlen“ erhalten, und ihr könnt jederzeit mit einem Fingertipp dorthin zurück.
Welche AirPods sind mit dem Equalizer kompatibel?
Die entscheidende Frage lautet: Welcher Chip steckt in euren AirPods? Apple koppelt die Funktion an den H2-Chip. Alles, was mit dem älteren H1 oder gar W1 läuft, bleibt außen vor.
| Modell | Chip | Equalizer in iOS 27 |
|---|---|---|
| AirPods Pro 3 | H2 | Ja |
| AirPods Pro 2 | H2 | Ja |
| AirPods 4 (mit und ohne ANC) | H2 | Ja |
| AirPods Max 2 | H2 | Ja |
| AirPods 5 (ab 18. September) | H2 | Sehr wahrscheinlich, noch nicht offiziell bestätigt |
| AirPods Max (1. Generation, Lightning und USB-C) | H1 | Nein |
| AirPods Pro (1. Generation) | H1 | Nein |
| AirPods 1 bis 3 | W1 / H1 | Nein |
Zwei Sonderfälle: AirPods Pro 2 und AirPods 5
Kurios: Nach der WWDC nannte Apple nur AirPods Max 2, AirPods Pro 3 und AirPods 4. Ausgerechnet die AirPods Pro 2, mit denen der H2-Chip eingeführt wurde, fehlten. In den Betas lief der Equalizer auf ihnen aber von Anfang an. Einige Berichte nennen nur die USB-C-Version, da auch die Lightning-Variante den H2 an Bord hat, dürfte sie ebenfalls profitieren. Schaut nach dem Update sicherheitshalber selbst nach.
Die gerade vorgestellten AirPods 5 arbeiten laut Apple ebenfalls mit dem H2-Chip, in den offiziellen Unterlagen taucht der Equalizer aber noch nicht ausdrücklich auf. Wir gehen davon aus, dass sie mitspielen, und aktualisieren den Artikel, sobald es Gewissheit gibt.
Bittere Pille für AirPods-Max-Besitzer
Wer die erste AirPods Max trägt, geht leer aus, auch mit der USB-C-Version aus dem Herbst 2024. Über 500 Euro ausgeben und auf eine Funktion verzichten, die auf den viel günstigeren AirPods 4 läuft: Das dürfte für Frust sorgen.
So aktiviert ihr den AirPods Equalizer
Ihr braucht ein iPhone mit iOS 27 (iPhone 11 oder neuer), alternativ iPadOS 27 oder macOS 27, plus die passende AirPods-Firmware. Die installiert sich automatisch, wenn die AirPods im Case am Ladekabel liegen und euer iPhone in der Nähe ist. Einen Knopf zum Erzwingen gibt es nicht.
- Verbindet eure AirPods und setzt sie ein.
- Öffnet die Einstellungen und tippt ganz oben auf den Namen eurer AirPods.
- Wählt „Audio & Routing“ und anschließend „Equalizer“.
- Wechselt vom Profil „Empfohlen“ in den benutzerdefinierten Modus.
- Zieht die drei Punkte für Tiefen, Mitten und Höhen nach oben oder unten.
Praktisch: Über dem Equalizer blendet iOS den zuletzt gespielten Titel ein. So hört ihr jede Änderung sofort. Mit „Zurücksetzen“ landet ihr bei einer neutralen Kurve, über „Empfohlen“ kehrt ihr zu Apples Abstimmung zurück. Auf dem Mac findet ihr den Equalizer in den Systemeinstellungen.
Tiefen, Mitten, Höhen: Was bewirkt welcher Regler?
Stellt euch den Equalizer wie das Würzen eines Gerichts vor. Die Zutaten bleiben dieselben, aber ihr entscheidet, was hervorschmeckt.
- Tiefen: Bass, Kickdrum, das Wummern, das man eher spürt als hört. Gerade bei den offenen AirPods 4 kann ein kleiner Schub helfen, weil ihnen die Abdichtung im Gehörgang fehlt.
- Mitten: Hier sitzen Stimmen und die meisten Instrumente. Wer viele Podcasts oder Hörbücher hört, hebt diesen Bereich leicht an.
- Höhen: Becken, Hi-Hats und S-Laute. Klingt euch etwas spitz oder zischelnd, nehmt ihr hier ein wenig raus.
Unser Tipp: Arbeitet in kleinen Schritten mit einem Song, den ihr gut kennt. Oft ist es klüger, einen störenden Bereich abzusenken, statt alles andere hochzudrehen.
Warum gilt der Equalizer für alle Apps?
Der Unterschied zum alten Apple-Music-Equalizer liegt im Detail. Die Klangkurve wird nicht in einer App berechnet, sondern direkt auf den AirPods angewendet. Deshalb wirkt sie auf jede Wiedergabe. Und euer Profil reist mit: Verbindet ihr dieselben AirPods mit iPad oder Mac, gilt dort derselbe Sound, ohne dass ihr neu einstellen müsst.
Ein Punkt, den viele übersehen: Habt ihr in Apple Music noch ein Equalizer-Preset aktiv oder nutzt die Kopfhöreranpassungen aus den Bedienungshilfen, addieren sich die Effekte. Schaltet die alten Einstellungen besser ab, bevor ihr loslegt. Sonst wundert ihr euch über dröhnenden Bass, obwohl der Regler nur leicht nach oben zeigt.
Kritik: Wo Apple noch nachlegen muss
- Nur drei Bänder: Für die meisten reicht das für grobe Klangkorrekturen. Wer von Sony-Kopfhörern mit deutlich feinerem Mehrband-Equalizer kommt, wird die Detailtiefe aber vermissen.
- Nur ein eigenes Profil: Ein Profil für Musik und eines für Podcasts, zwischen denen ihr schnell wechselt, gibt es nicht.
- Nur für AirPods: Der Equalizer hängt an Apples eigener Hardware. Für Kopfhörer oder Bluetooth-Lautsprecher anderer Hersteller bleibt ihr weiterhin auf deren Apps angewiesen.
- Ältere Modelle bleiben draußen: Ob die H1-Grenze wirklich an der Rechenleistung liegt oder eher ein sanfter Schubs Richtung Neukauf ist, lässt Apple offen.
Fazit: Spät, simpel, aber genau richtig für den Alltag
Der AirPods Equalizer in iOS 27 ist kein Werkzeug für Audio-Tüftler, und das will er auch nicht sein. Drei Regler, ein eigenes Profil, fertig. Genau das macht ihn alltagstauglich: klarere Stimmen beim Podcast, weniger Schärfe bei grell gemischten Songs, mehr Druck bei den offenen AirPods 4. Kompatibel sind alle AirPods mit H2-Chip, also AirPods Pro 2, AirPods Pro 3, AirPods 4 und AirPods Max 2, sehr wahrscheinlich auch die neuen AirPods 5. Wer noch H1-Modelle oder die erste AirPods Max nutzt, schaut leider in die Röhre.
Und jetzt ihr: Dreht ihr am Bass, oder bleibt ihr bei Apples Empfehlung? Schreibt uns eure Lieblingseinstellung in die Kommentare.
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