Wer von Anno 1800 zu Anno 117: Pax Romana wechselt, stolpert früher oder später über genau eine Frage: „Wo zur Hölle ist der Pendlerkai?“ Ihr habt eine zweite Insel besiedelt, wollt schnell Marmor abbauen oder Harz fördern – und plötzlich steht ihr ohne Arbeitskräfte da. Die schlechte Nachricht zuerst: In Anno 117 gibt es keinen Pendlerkai. Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Wege, mit dem Arbeitskräftemangel umzugehen, und wir zeigen euch hier alle wichtigen Alternativen.
Was ist der Pendlerkai überhaupt?
Für alle, die neu in der Anno-Reihe sind: Der Pendlerkai war ein Gebäude aus Anno 1800, das ihr ab der Bevölkerungsstufe der Ingenieure freischalten konntet. Sobald eine Insel einen Pendlerkai besaß, wurden ihre Arbeitskräfte mit denen aller anderen verbundenen Inseln zusammengeführt. Heißt im Klartext: Ihr musstet auf abgelegenen Rohstoffinseln keine eigene Stadt mehr hochziehen, sondern konntet Bauern, Arbeiter und Handwerker von der Hauptinsel pendeln lassen. Ein gigantischer Komfortgewinn – und für viele Veteranen der Punkt, an dem das Mid- und Endgame in Anno 1800 erst richtig Spaß gemacht hat.
Warum gibt es in Anno 117 keinen Pendlerkai?
Ubisoft Mainz hat sich bewusst gegen die Übernahme dieses Features entschieden. Der Hintergrund: Der Pendlerkai nimmt aus Sicht der Entwickler ein zentrales Spielelement raus – nämlich die Notwendigkeit, jede Insel als eigenes kleines Wirtschaftsökosystem zu denken. In Anno 117 sollt ihr wieder stärker planen, abwägen und improvisieren. Jede neue Insel ist eine kleine strategische Herausforderung, kein bloßer Rohstoff-Lieferant. Ob euch das gefällt oder nicht, ist Geschmackssache – die Community ist hier ziemlich gespalten.
Ein wichtiger Punkt: Anno 117 setzt im Gegenzug stark auf den Forschungsbaum und die Villa mit Spezialisten-Items, die euch das Leben deutlich erleichtern können. Wer diese Mechaniken versteht, vermisst den Pendlerkai irgendwann tatsächlich weniger.

Anno 117: So bewegt ihr Arbeitskräfte zwischen Inseln
Direkt vorweg: Ein klassisches „Arbeiter teilen“ wie früher gibt es nicht. Was ihr aber tun könnt, ist eine Kombination aus drei Methoden, die zusammen erstaunlich gut funktionieren.
Methode 1: Die Mini-Siedlung als Workaround
Die einfachste und derzeit effektivste Alternative ist die autarke Mini-Siedlung. Ihr baut auf der neuen Insel keine vollwertige Stadt, sondern nur das absolute Minimum: rund 30–40 Wohnhäuser, eine Villa, eine Feuerwache, einen Markt sowie ein, zwei Grundproduktionen wie Holz, Fisch und Hanf. Damit wird die Insel autark, generiert sogar einen kleinen Gewinn und liefert genug Arbeitskräfte, um etwa drei Marmorbrüche oder eine Handvoll Harzzapfer zu betreiben. Der Trick liegt darin, dass ihr in Anno 117 nicht alle Bedürfnisse erfüllen müsst, um eine Bevölkerungsstufe zu halten – das macht solche Außenposten überraschend günstig.
Methode 2: Forschungsbaum für Gratis-Arbeitskräfte
Hier liegt einer der größten Geheimtipps: Im Technologiebaum könnt ihr Forschungen freischalten, die euch bei jedem neuen Kontor automatisch 30–50 zusätzliche Arbeitskräfte höherer Stufen spendieren. Das reicht oft schon, um Vorkommen wie Marmor oder Kupfer abzubauen, ohne dass ihr auf der Insel überhaupt die passende Bevölkerungsstufe ansiedeln müsst. Die Forschung dauert zwar ihre Zeit, ist aber langfristig der wichtigste Hebel gegen den Arbeitskräftemangel. Plant euren Tech-Tree also frühzeitig in Richtung dieser Boni.
Methode 3: Spezialisten-Items in der Villa
Die Villa in Anno 117 ist mehr als nur ein Schmuckgebäude. Mit den richtigen Spezialisten-Items könnt ihr den Arbeitskraftbedarf bestimmter Produktionsgebäude deutlich senken oder im Radius der Villa zusätzliche Arbeitskraft generieren. Achtet beim Erkunden, Handeln und Plündern gezielt auf Items, die mit „Arbeitskraftreduzierung“ oder „Bonusarbeiter“ beschrieben sind – sie sind Gold wert und ein direkter Pendlerkai-Ersatz, wenn auch in kleinerem Maßstab.
Gibt es eine Pendlerkai-Mod für Anno 117?
Stand heute: Nein. In den großen Modder-Communities herrscht die einhellige Meinung, dass eine echte Pendlerkai-Mod technisch kaum umsetzbar ist – die Funktion zum tatsächlichen Verschieben von Arbeitskräften zwischen Inseln müsste tief in die Spiel-Engine eingreifen. Was theoretisch denkbar wäre, sind Cheat-artige Mods, die per Item zusätzliche Grundarbeitskräfte auf einer Insel spendieren. Eine echte 1:1-Übernahme aus Anno 1800 gibt es aber nicht und wird es laut Modder-Aussagen wohl auch nicht geben. Falls sich das ändert, aktualisieren wir diesen Beitrag.
Wird Ubisoft den Pendlerkai per DLC nachliefern?
Diese Frage stellt sich die Community seit dem Release. Eine offizielle Bestätigung oder Absage gibt es nicht. Für den ersten großen Gameplay-DLC Die Verheißung des Vulkans (Release: 23. April 2026) ist kein Pendlerkai angekündigt – im Fokus stehen die neue Insel Cinis, eine zusätzliche Gottheit und die Ressource Obsidian. Ob Ubisoft Mainz das Feature in einem späteren DLC oder per kostenlosem Update nachreicht, hängt vermutlich stark vom Community-Feedback ab. Wer den Pendlerkai vermisst, sollte das in den offiziellen Foren und auf Steam möglichst konstruktiv kundtun – die Entwickler lesen dort nachweislich mit.
Fazit: Umdenken statt vermissen
Der fehlende Pendlerkai ist für viele Anno-1800-Veteranen erst einmal ein Schock – verständlich. Wer sich aber die Mühe macht, die neuen Mechaniken in Anno 117 wirklich zu verstehen, merkt schnell: Mit autarken Mini-Siedlungen, dem Forschungsbaum und den richtigen Villa-Items lässt sich der Arbeitskräftemangel gut managen. Es ist anders, ja. Es ist auch fummeliger. Aber es zwingt euch zu interessanteren strategischen Entscheidungen, als einfach nur „Pendlerkai bauen, Problem gelöst“.
Wie steht ihr dazu: Vermisst ihr den Pendlerkai schmerzlich oder findet ihr das neue System sogar besser? Habt ihr eigene Tricks gegen den Arbeitskräftemangel entdeckt? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
